Montag, 8. Oktober 2018

Oma und ich

"Oooommmmmmmmmaaaa",  ruft der Frieder , in den Kinderbüchern....
Auch ich rufe immer ganz laut " Ooommaaaa" wenn ich zur Tür rein komme :)
Dann kommt immer ein "Ai mein Schätzle"oder " Mei Rebekka, was machsch  du denn da?"
Das Gesicht dabei und ihr Strahlen sind mehr wert als alles andere :)  Diese Frau ist unglaublich wie sie sich freut und dass mit ihr über 94 Jahren.
Klar langsam lässt es sehr nach bei ihr, aber solang sie ihren Humor hat ist  es noch richtig lustig mit ihr.
Ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit habe mich etwas um die Oma zu kümmern, ihr meine Liebe zu schenken und für sie da zu sein.
Als Dankeschön bekommt man dann die Frage  Wann kommst du wieder, oder der Satz Du bist doch erst gekommen, aber auch ein Lächeln und einen festen Händedruck ist mehr wert als alles Geld der Welt.

Mich hat man einmal gefragt ob ich das nicht eklig finde meiner Oma den Po zu putzen. Ganz ehrlich Nein mir wäre es nicht eklig, eher ihr peinlich. Ich bin über jeden Tag dankbar an dem sie sich selber noch auf der Toilette versorgen kann aber nicht weil es mir unangenehm wäre sondern weil sie sich darüber freut selbst noch solche Dinge selber machen zu können und nicht das Gefühl hat uns ein Klotz am Bein zu sein.
Wichtig ist dass wir uns gegenseitig necken können,  wir haben dann sehr viel Spaß und Oma lacht dann immer so süß.

Die Pflege ist nicht immer leicht, aber ich werde mich solange um sie kümmern wie ich kann, aus vollem Herzen.

Freitag, 21. September 2018

Das häßliche junge Entlein

Es war so herrlich draußen auf dem Lande! Es war Sommer, das Korn stand gelb, der Hafer grün, das Heu war unten auf den grünen Wiesen in Schobern aufgesetzt, und der Storch ging auf seinen langen, roten Beinen und plapperte ägyptisch, denn diese Sprache hatte er von seiner Frau Mutter gelernt. Rings um die Äcker und die Wiesen waren große Wälder, und mitten in den Wäldern tiefe Seen. Ja, es war wirklich herrlich da draußen auf dem Lande! Mitten im Sonnenschein lag dort ein altes Landgut, von tiefen Kanälen umgeben; und von der Mauer bis zum Wasser herunter wuchsen große Klettenblätter, die so hoch waren, daß kleine Kinder unter den höchsten aufrecht stehen konnten; es war eben so wild darin, wie im tiefsten Walde. Hier saß eine Ente auf ihrem Neste, welche ihre Jungen ausbrüten mußte; aber es wurde ihr fast zu langweilig, ehe die Jungen kamen; dazu erhielt sie selten Besuch; die andern Enten schwammen lieber in den Kanälen umher, als daß sie hinauf liefen, sich unter ein Klettenblatt zu setzen, um mit ihr zu schnattern.
Endlich platzte ein Ei nach dem andern; "Piep! piep!" sagte es, und alle Eidotter waren lebendig geworden und steckten den Kopf heraus.
"Rapp! rapp!" sagte sie; und so rappelten sich Alle, was sie konnten, und sahen nach allen Seiten unter den grünen Blättern; und die Mutter ließ sie sehen, so viel sie wollten, denn das Grüne ist gut für die Augen.
"Wie groß ist doch die Welt!" sagten alle Jungen; denn nun hatten sie freilich ganz anders Platz, als wie sie noch drinnen im Ei lagen.
"Glaubt Ihr, daß dies die ganze Welt sei?" sagte die Mutter; "die erstreckt sich noch weit über die andere Seite des Gartens, gerade hinein in des Pfarrers Feld; aber da bin ich noch nie gewesen!" - "Ihr seid doch Alle beisammen?" fuhr sie fort und stand auf. "Nein, ich habe nicht Alle; das größte Ei liegt noch da; wie lange soll denn das dauern! Jetzt bin ich es bald überdrüssig!" und so setzte sie sich wieder.
"Nun, wie geht es?" fragte eine alte Ente, welche gekommen war, um ihr einen Besuch abzustatten.
"Es währt so lange mit dem einen Ei!" sagte die Ente, die da saß; "es will nicht platzen; doch sieh nur die andern an: sind es nicht die niedlichsten Entlein, die man je gesehen? Sie gleichen allesammt ihrem Vater; der Bösewicht kommt nicht, mich zu besuchen."
"Laß mich das Ei sehen, welches nicht platzen will!" sagte die Alte. "Glaube mir, es ist ein Kalekutenei! Ich bin auch einmal so angeführt worden und hatte meine große Sorge und Noth mit den Jungen, denn ihnen ist bange vor dem Wasser! Ich konnte sie nicht hineinbringen; ich rappte und schnappte, aber es half nichts. - Laß mich das Ei sehen! Ja, das ist ein Kalekutenei! Laß das liegen und lehre lieber die andern Kinder schwimmen."
"Ich will doch noch ein bisschen darauf sitzen," sagte die Ente; "habe ich nun so lange gesessen, so kann ich auch noch einige Tage sitzen."
"Nach Belieben," sagte die alte Ente und ging von dannen.
Endlich platzte das große Ei. "Piep! piep!" sagte das Junge und kroch heraus. Es war so groß und so häßlich! Die Ente betrachtete es: "Es ist doch ein gewaltig großes Entlein das," sagte sie; "keins von den andern sieht so aus; sollte es wohl ein kalekutisches Küchlein sein? Nun wir wollen bald dahinter kommen; in das Wasser muß es, sollte ich es auch selbst hineinstoßen."
Am nächsten Tage war schönes, herrliches Wetter; die Sonne schien auf alle grünen Kletten. Die Entleinmutter ging mit ihrer ganzen Familie zu dem Kanale hinunter. Platsch! da sprang sie in das Wasser. Rapp! rapp!" sagte sie, und ein Entlein nach dem andern plumpte hinein; das Wasser schlug ihnen über den Kopf zusammen, aber sie kamen gleich wieder empor und schwammen so prächtig; die Beine gingen von selbst, und alle waren sie im Wasser; selbst das häßliche, graue Junge schwamm mit.
"Nein, es ist kein Kalekut," sagte sie; "sieh, wie herrlich es die Beine gebraucht, wie gerade es sich hält; es ist mein eigenes Kind! Im Grunde ist es doch ganz hübsch, wenn man es nur recht betrachtet. Rapp! rapp! - Kommt nur mit mir, ich werde Euch in die große Welt führen, Euch im Entenhof präsentieren; aber haltet Euch immer nahe zu mir, damit Niemand Euch trete, und nehmt Euch vor den Katzen in Acht!"
Und so kamen sie in den Entenhof hinein. Da drinnen war ein schrecklicher Lärmen, denn da waren zwei Familien, die sich um einen Aalkopf bissen, und am Ende bekam ihn doch die Katze.
"Seht, so geht es in der Welt zu!" sagte die Entleinmutter und wetzte ihren Schnabel, denn sie wollte auch den Aalkopf haben. "Braucht nun die Beine!" sagte sie; "seht, daß Ihr Euch rappeln könnt, und neigt Euern Hals vor der alten Ente dort; die ist die vornehmste von allen hier; sie ist aus spanischem Geblüt, deshalb ist sie so dick, und seht Ihr: sie hat einen rothen Lappen um das Bein; das ist etwas außerordentlich Schönes und die größte Auszeichnung, welche einer Ente zu Teil werden kann; das bedeutet so viel, daß man sie nicht verlieren will und daß sie von Tier und Menschen erkannt werden soll! - Rappelt Euch! - setzt die Füße nicht einwärts: ein wohlerzogenes Entlein setzt die Füße weit auseinander, gerade so wie Vater und Mutter; seht: so! Nun neigt Euern Hals und sagt: Rapp!"
Und das taten sie; aber die andern Enten rings umher betrachteten sie und sagten ganz laut: "Sieh da! Nun sollen wir noch den Anhang haben; als ob wir nicht schon so genug wären! Und pfui! wie das eine Entlein aussieht; das wollen wir nicht dulden!" - Und sogleich flog eine Ente hin und biß es in den Nacken.
"Laß es gehen!" sagte die Mutter; "es tut ja Niemanden etwas."
"Ja, aber es ist zu groß und ungewöhnlich," sagte die beißende Ente;"und deshalb muß es gepufft werden."
"Es sind hübsche Kinder, welche die Mutter hat," sagte die alte Ente mit dem Lappen um das Bein: "alle schön, bis auf das eine: das ist nicht geglückt; ich möchte, daß sie es umarbeiten könnte."
"Das geht nicht, Ihro Gnaden!" sagte die Entleinmutter; "es ist nicht hübsch, aber es hat ein innerlich gutes Gemüth und schwimmt so herrlich wie eines von den andern, ja, ich darf sagen, noch etwas besser; ich denke, es wird hübsch heranwachsen und mir der Zeit etwas kleiner werden; es hat zu lange in dem Ei gelegen und deshalb nicht die rechte Gestalt bekommen!" Und so zupfte sie es im Nacken und glättete das Gefieder. "Es ist überdies ein Entrich," sagte sie; "und darum macht es nicht so viel aus. Ich denke, er wird gute Kräfte bekommen; er schlägt sich schon durch!"
"Die andern Entlein sind niedlich," sagte die Alte; "tut nun, als ob Ihr zu Hause wäret, und findet Ihr einen Aalkopf, so könnt Ihr mir ihn bringen."
Und so waren sie wie zu Hause.
Aber das arme Entlein, welches zuletzt aus dem Ei gekrochen war und so häßlich aussah, wurde gebissen, gestoßen und zum besten gehabt, und das sowohl von den Enten, wie von den Hühnern. "Es ist zu groß!" sagten Alle, und der kalekutische Hahn, welcher mit Sporen zur Welt gekommen war und deshalb glaubte, daß er Kaiser sei, blies sich auf wie ein Fahrzeug mit allen Segeln, ging gerade auf dasselbe los, und dann kollerte er und wurde ganz roth am Kopfe. Das arme Entlein wußte nicht, wo es stehen oder gehen sollte; es war so betrübt, weil es so häßlich aussah und vom ganzen Entenhofe verspottet wurde.
So ging es den ersten Tag, und später wurde es schlimmer und schlimmer. Das arme Entlein wurde von Allen gejagt; selbst seine Schwestern waren so böse gegen dasselbe und sagten immer: "Wenn die Katze Dich nur fangen möchte, Du häßliches Geschöpf!" Und die Mutter sagte: "Wenn Du nur weit fort wärst!" Und die Enten bissen es, und die Hühner schlugen es, und das Mädchen, welches die Tiere füttern sollte, stieß mit den Füßen darnach.
Da lief es und flog über den Zaun; die kleinen Vögel in den Büschen flogen erschrocken auf. "Das geschieht, weil ich so häßlich bin," dachte das Entlein und schloß die Augen, lief aber gleichwohl weiter; so kam es hinaus zu dem großen Moor, wo die wilden Enten wohnten. Hier lag es die ganze Nacht; es war so müde und kummervoll.
Am Morgen flogen die wilden Enten auf, und sie betrachteten den neuen Kameraden. "Was bist Du für Einer?" fragten sie; und das Entlein wendete sich nach allen Seiten und grüßte, so gut es konnte.
"Du bist außerordentlich häßlich!" sagten die wilden Enten; aber das kann uns gleich sein, wenn Du nur nicht in unsere Familie hinein heiratest." - Das Arme! Es dachte wahrlich nicht daran, sich zu verheiraten, wenn es nur die Erlaubnis erhalten konnte, im Schilfe zu liegen und etwas Moorwasser zu trinken.
So lag es zwei ganze Tage; da kamen zwei wilde Gänse oder richtiger wilde Gänseriche dorthin; es war noch nicht lange her, daß sie aus dem Ei gekrochen waren, und deshalb waren sie auch so keck.
"Höre, Kamerad!" sagten sie; "Du bist so häßlich, daß wir Dich gut leiden mögen; willst Du mitziehen und Zugvogel werden? Hier nahebei in einem andern Moore gibt es einige süße, liebliche wilde Gänse, sämmtlich Fräulein, die alle "Rapp!" sagen können. Du bist im Stande, Dein Glück da zu machen, so häßlich Du auch bist!" - -
"Piff! paff!" ertönte es eben, und beide wilde Gänseriche fielen todt in das Schilf nieder, und das Wasser wurde blutroth. - "Piff! paff!" erscholl es wieder, und ganze Schaaren wilder Gänse flogen aus dem Schilfe auf. Und dann knallte es abermals. Es war große Jagd; die Jäger lagen rings um das Moor herum; ja, einige saßen oben in den Baumzweigen, welche sich weit über das Schilfrohr hinstreckten. Der blaue Dampf zog gleich Wolken in die dunkeln Bäume hinein und weit über das Wasser hin; zum Moore kamen die Jagdhunde: Platsch! platsch! das Schilf und das Rohr neigte sich nach allen Seiten. Das war ein Schreck für das arme Entlein! Es wendete den Kopf, um ihn unter den Flügel zu stecken, aber in demselben Augenblick stand ein fürchterlich großer Hund dicht bei dem Entlein; die Zunge hing ihm lang aus dem Halse heraus, und die Augen leuchteten gräulich häßlich; er streckte seinen Rachen dem Entlein gerade entgegen, zeigte ihm die scharfen Zähne und - - Platsch! platsch! ging er wieder, ohne es zu packen.
"O, Gott sei Dank!" seufzte das Entlein; "ich bin so häßlich, daß mich selbst der Hund nicht beißen mag!"
Und so lag es ganz stille, während die Schrote durch das Schilf sausten, und Schuß auf Schuß knallte.
Erst spät am Tage wurde es stille; aber das arme Junge wagte noch nicht, sich zu erheben; es wartete noch mehrere Stunden, bevor es sich umsah, und dann eilte es fort aus dem Moore, so schnell es konnte. Es lief über Feld und Wiese; da tobte ein solcher Sturm, daß es ihm schwer wurde, von der Stelle zu kommen.
Gegen Abend erreichte es eine arme kleine Bauerhütte; die war so baufällig, daß sie selbst nicht wußte, nach welcher Seite sie fallen sollte; und darum blieb sie stehen. Der Sturm umsauste das Entlein so, daß es sich niedersetzen mußte, um sich dagegen zu stemmen; und es wurde schlimmer und schlimmer. Da bemerkte es, daß die Thür aus der einen Angel gegangen war und so schief hing, daß es durch die Spalte in die Stube hineinschlüpfen konnte, und das tat es.
Hier wohnte eine Frau mit ihrem Kater und ihrer Henne. Und der Kater, welchen sie Söhnchen nannte, konnte einen Buckel machen und schnurren; er sprühte sogar Funken, aber dann mußte man ihn gegen die Haare streicheln. Die Henne hatte ganz kleine niedrige Beine, und deshalb wurde sie Küchelchen-Kurzbein genannt; sie legte gut Eier, und die Frau liebte sie wie ihr eigenes Kind.
Am Morgen bemerkte man sogleich das fremde Entlein; und der Kater begann zu schnurren und die Henne zu glucken.
"Was ist das?" sagte die Frau und sah sich ringsum; aber sie sah nicht gut, und so glaubte sie, daß das Entlein eine fette Ente sei, die sich verirrt habe. "Das ist ja ein seltener Fang!" sagte sie. "Nun kann ich Enteneier bekommen. Wenn es nur kein Entrich ist! Das müssen wir erproben."
Und so wurde das Entlein für drei Wochen auf Probe angenommen; aber es kamen keine Eier. Und der Kater war Herr im Hause, und die Henne war die Dame, und immer sagten sie: "Wir und die Welt!" Denn sie glaubten, daß sie die Hälfte seien, und zwar die bei weitem beste Hälfte. Das Entlein glaubte, daß man auch eine andere Meinung haben könne! aber das litt die Henne nicht.
"Kannst Du Eier legen?" fragte sie.
"Nein!"
"Nun, da wirst Du die Güte haben, zu schweigen!"
Und der Kater fragte: "Kannst Du einen krummen Buckel machen, schnurren und Funken sprühen?"
"Nein!"
"So darfst Du auch keine Meinung haben, wenn vernünftige Leute sprechen!"
Und das Entlein saß im Winkel und war bei schlechter Laune; da fiel die frische Luft und der Sonnenschein herein; es bekam solche sonderbare Lust, auf dem Wasser zu schwimmen, daß es nicht unterlassen konnte, dies der Henne zu sagen.
"Was fällt Dir ein?" fragte die. "Du hast nichts zu thun, deshalb fängst Du Grillen! Lege Eier oder schnurre, so gehen sie vorüber."
"Aber es ist so schön, auf dem Wasser zu schwimmen!" sagte das Entlein; "so herrlich, es über den Kopf zusammenschlagen zu lassen und auf den Grund niederzutauchen!"
"Ja, das ist ein großes Vergnügen!" sagte die Henne. "Du bist wohl verrückt geworden! Frage den Kater danach - er ist das klügste Geschöpf, das ich kenne - ob er es liebt, auf dem Wasser zu schwimmen oder unterzutauchen? Ich will nicht von mir sprechen. - Frage selbst unsere Herrschaft, die alte Frau; klüger als sie ist Niemand auf der Welt! Glaubst Du, daß die Lust hat, zu schwimmen und das Wasser über den Kopf zusammenschlagen zu lassen?"
"Ihr versteht mich nicht!" sagte das Entlein.
"Wir verstehen dich nicht? Wer soll Dich denn verstehen können! Du wirst doch wohl nicht klüger sein wollen als der Kater und die Frau; - von mir will ich nicht reden! Bilde Dir nichts ein, Kind! und danke Deinem Schöpfer für all' das Gute, das man Dir erwiesen! Bist Du nicht in eine warme Stube gekommen und hast eine Gesellschaft, von der Du etwas profitiren kannst? Aber du bist ein Schwätzer, und es ist nicht erfreulich, mit Dir umzugehen! Mir kannst Du glauben! Ich meine es gut mit Dir. Ich sage Dir Unannehmlichkeiten, und daran kann man seine wahren Freunde erkennen! Sieh nur zu, daß Du Eier legst oder schnurren und Funken sprühen lernst!"
"Ich glaube, ich gehe hinaus in die weite Welt!" sagte das Entlein.
"Ja, tue das!" sagte die Henne.
Und das Entlein ging; es schwamm auf dem Wasser, es tauchte unter, aber von allen Thieren wurde es wegen seiner Häßlichkeit übersehen.
Nun trat der Herbst ein; die Blätter im Walde wurden gelb und braun; der Wind faßte sie, sodaß sie umhertanzten; und oben in der Luft war es sehr kalt; die Wolken hingen schwer mit Hagel und Schneeflocken; und auf dem Zaun stand der Rabe und schrie: "Au! au!" vor lauter Kälte; ja, es fror Einen schon, wenn man nur daran dachte. Das arme Entlein hatte es wahrlich nicht gut! Eines Abends - die Sonne ging so schön unter - kam ein ganzer Schwarm herrlicher großer Vögel aus dem Busche; das Entlein hatte solche nie so schön gesehen; sie waren ganz blendend weiß, mit langen, geschmeidigen Hälsen; es waren Schwäne. Sie stießen einen ganz eigentümlichen Ton aus, breiteten ihre prächtigen, langen Flügel aus und flogen von der kalten Gegend fort nach wärmern Ländern, nach offenen Seen! Sie stiegen so hoch, so hoch, und dem häßlichen jungen Entlein wurde so sonderbar zu Muthe. Es drehte sich im Wasser wie ein Rad rund herum, streckte den Hals hoch in die Luft nach ihnen aus und stieß einen so lauten und sonderbaren Schrei aus, daß es sich selbst davor fürchtete. O, es konnte die schönen, glücklichen Vögel nicht vergessen; und sobald es sie nicht mehr erblickte, tauchte es gerade bis auf den Grund; und als es wieder heraufkam, war es wie außer sich. Es wußte nicht, wie die Vögel hießen, auch nicht, wohin sie flögen; aber doch war es ihnen gut, wie es nie Jemanden gewesen. Es beneidete sie durchaus nicht. Wie konnte es ihm einfallen, sich solche Lieblichkeit zu wünschen? Es wäre schon froh gewesen, wenn die Enten es nur unter sich geduldet hätten - das arme häßliche Tier!
Und der Winter wurde so kalt, so kalt! Das Entlein mußte im Wasser herumschwimmen, um das völlige Zufrieren desselben zu verhindern; aber in jeder Nacht wurde das Loch, in dem es schwamm, kleiner und kleiner. Es fror, sodaß es in der Eisdecke knackte; das Entlein mußte fortwährend die Beine gebrauchen, damit das Loch sich nicht schloß. Zuletzt wurde es matt, lag ganz stille und fror so im Eise fest.
Des Morgens früh kam ein Bauer; da er dies sah, ging er hin, schlug mit seinem Holzschuh das Eis in Stücke und trug das Entlein heim zu seiner Frau. Da wurde es wieder belebt.
Die Kinder wollten mit ihm spielen; aber das Entlein glaubte, sie wollten ihm etwas zu Leide thun, und fuhr in der Angst gerade in den Milchnapf hinein, sodaß die Milch in die Stube spritzte. Die Frau schlug die Hände zusammen, worauf es in das Butterfaß, dann hinunter in die Mehltonne und wieder herausflog. Wie sah es da aus! Die Frau schrie und schlug mit der Feuerzange danach; die Kinder rannten einander über den Haufen, um das Entlein zu fangen: sie lachten und schrieen! - Gut war es, daß die Thür aufstand und es zwischen die Reiser in den frisch gefallenen Schnee schlüpfen konnte; - da lag es, ganz ermattet.
Aber all' die Noth und das Elend, welches das Entlein in dem harten Winter erdulden mußte, zu erzählen, würde zu trübe sein. - - Es lag im Moore zwischen dem Schilfe, als die Sonne wieder warm zu scheinen begann. Die Lerchen sangen; es war herrlicher Frühling.
Da konnte auf einmal das Entlein seine Flügel schwingen; sie brausten stärker als früher, und trugen es kräftig davon; und ehe dasselbe es recht wußte, befand es sich in einem großen Garten, wo die Äpfelbäume in der Blüte standen, wo der Flieder duftete und seine langen, grünen Zweige bis zu den gekrümmten Kanälen hinunterneigte. O, hier war es so schön, so frühlingsfrisch! Und vorn aus dem Dickicht kamen drei prächtige, weiße Schwäne; sie brausten mit den Federn und schwammen so leicht auf dem Wasser. Das Entlein kannte die prächtigen Thiere und wurde von einer eigenthümlichen Traurigkeit befangen.
"Ich will zu ihnen hinfliegen, zu den königlichen Vögeln! Und sie werden mich todtschlagen, weil ich, der ich so häßlich bin, mich ihnen zu nähern wage. Aber das ist einerlei! Besser, von ihnen getödtet, als von den Enten gezwackt, von den Hühnern geschlagen, von dem Mädchen, welches den Hühnerhof hütet, gestoßen zu werden und im Winter Mangel zu leiden!" Und es flog hinaus in das Wasser und schwamm den prächtigen Schwänen entgegen; diese erblickten es und schossen mit brausenden Federn auf dasselbe los. "Tödtet mich nur!" sagte das arme Thier, neigte seinen Kopf der Wasserfläche zu und erwartete den Tod. - Aber was erblickte es in dem klaren Wasser? Es sah sein eigenes Bild unter sich, das kein plumper, schwarzgrauer Vogel mehr, häßlich und garstig, sondern selbst ein Schwan war.
Es schadet nichts, in einem Entenhofe geboren zu sein, wenn man nur in einem Schwanenei gelegen hat!
Es fühlte sich ordentlich erfreut über all' die Noth und die Drangsale, welche es erduldet. Nun erkannte es erst recht sein Glück an all' der Herrlichkeit, die es begrüßte. - Und die großen Schwäne umschwammen es und streichelten es mit dem Schnabel.
In dem Garten kamen einige kleine Kinder, die warfen Brod und Korn in das Wasser; und das kleinste rief: "Da ist ein neuer!" Und die andern Kinder jubelten mit: "Ja, es ist ein neuer angekommen!" Und sie klatschten mit den Händen und tanzten umher, liefen zu dem Vater und der Mutter, und es wurde Brod und Kuchen in das Wasser geworfen, und sie sagten Alle: "Der neue ist der schönste! So jung und so prächtig!" Und die alten Schwäne neigten sich vor ihm.
Da fühlte er sich so beschämt und steckte den Kopf unter seine Flügel; er wußte selbst nicht, was er beginnen sollte; er war allzu glücklich, aber durchaus nicht stolz, denn ein gutes Herz wird nie stolz! Er dachte daran, wie er verfolgt und verhöhnt worden war und hörte nun Alle sagen, daß er der schönste aller schönen Vögel sei. Selbst der Flieder bog sich mit den Zweigen gerade zu ihm in das Wasser hinunter, und die Sonne schien so warm und so mild! Da brausten seine Federn, der schlanke Hals hob sich, und aus vollem Herzen jubelte er: "So viel Glück habe ich mir nicht träumen lassen, als ich noch das häßliche Entlein war!"

Hans Christian Andersen 

Sonntag, 16. September 2018

Märchen als Almanach/ Einleitung aus einem Märchenbuch

Märchen als Almanach

In einem schönen, fernen Reiche, von welchem die Sage lebt, dass die Sonne in seinen ewig grünen Gärten niemals untergehe, herrschte von Anfang an bis heute die Königin Phantasie. Mit vollen Händen spendete diese seit vielen Jahrhunderten die Fülle des Segens über die Ihrigen und war geliebt, verehrt von allen, die sie kannten. Das Herz der Königin war aber zu groß, als dass sie mit ihren Wohltaten bei ihrem Lande stehen geblieben wäre; sie selbst, im königlichen Schmuck ihrer ewigen Jugend und Schönheit, stieg herab auf die Erde; denn sie hatte gehört, dass dort Menschen wohnen, die ihr Leben in traurigem Ernst, unter Mühe und Arbeit hinbringen. Diesen hatte sie die schönsten Gaben aus ihrem Reiche mitgebracht, und seit die schöne Königin durch die Fluren der Erde gegangen war, waren die Menschen fröhlich bei der Arbeit, heiter in ihrem Ernst.
Auch ihre Kinder, nicht minder schön und lieblich als die königliche Mutter, sandte sie aus, um die Menschen zu beglücken. Einst kam Märchen, die älteste Tochter der Königin, von der Erde zurück. Die Mutter bemerkte, dass Märchen traurig sei, ja, hier und da wollte ihr bedünken, als ob sie verweinte Augen hätte.
»Was hast du, liebes Märchen«, sprach die Königin zu ihr, »du bist seit deiner Reise so traurig und niedergeschlagen, willst du deiner Mutter nicht anvertrauen, was dir fehlt?«
»Ach, liebe Mutter«, antwortete Märchen, »ich hätte gewiss nicht so lange geschwiegen, wenn ich nicht wüsste, dass mein Kummer auch der deinige ist.«
»Sprich immer, meine Tochter«, bat die schöne Königin, »der Gram ist ein Stein, der den einzelnen niederdrückt, aber zwei tragen ihn leicht aus dem Wege.«
»Du willst es«, antwortete Märchen, »so höre: Du weißt, wie gerne ich mit den Menschen umgehe, wie ich freudig auch bei dem Ärmsten vor seiner Hütte sitze, um nach der Arbeit ein Stündchen mit ihm zu verplaudern; sie boten mir auch sonst gleich freundlich die Hand zum Gruß, wenn ich kam, und sahen mir lächelnd und zufrieden nach, wenn ich weiterging; aber in diesen Tagen ist es gar nicht mehr so!«
»Armes Märchen!« sprach die Königin und streichelte ihr die Wange, die von einer Träne feucht war, »aber du bildest dir vielleicht dies alles nur ein?«
»Glaube mir, ich fühle es nur zu gut«, entgegnete Märchen, »sie lieben mich nicht mehr. Überall, wo ich hinkomme, begegnen mir kalte Blicke; nirgends bin ich mehr gern gesehen; selbst die Kinder, die ich doch immer so lieb hatte, lachen über mich und wenden mir altklug den Rücken zu.«
Die Königin stützte die Stirne in die Hand und schwieg sinnend.
»Und woher soll es denn«, fragte die Königin, »kommen, Märchen, dass sich die Leute da unten so geändert haben?«
»Sieh, die Menschen haben kluge Wächter aufgestellt, die alles, was aus deinem Reich kommt, o Königin Phantasie, mit scharfem Blicke mustern und prüfen. Wenn nun einer kommt, der nicht nach ihrem Sinne ist, so erheben sie ein großes Geschrei, schlagen ihn tot oder verleumden ihn doch so sehr bei den Menschen, die ihnen aufs Wort glauben, dass man gar keine Liebe, kein Fünkchen Zutrauen mehr findet. Ach, wie gut haben es meine Brüder, die Träume, fröhlich und leicht hüpfen sie auf die Erde hinab, fragen nichts nach jenen klugen Männern, besuchen die schlummernden Menschen und weben und malen ihnen, was das Herz beglückt und das Auge erfreut!«
»Deine Brüder sind Leichtfüße«, sagte die Königin, »und du, mein Liebling, hast keine Ursache, sie zu beneiden. Jene Grenzwächter kenne ich übrigens wohl; die Menschen haben so unrecht nicht, sie aufzustellen; es kam so mancher windige Geselle und tat, als ob er geradewegs aus meinem Reiche käme, und doch hatte er höchstens von einem Berge zu uns herübergeschaut.«
»Aber warum lassen sie dies mich, deine eigene Tochter, entgelten«, weinte Märchen. »Ach, wenn du wüsstest, wie sie es mit mir gemacht haben; sie schalten mich eine alte Jungfer und drohten, mich das nächste Mal gar nicht mehr hereinzulassen.« »Wie, meine Tochter nicht mehr einzulassen?« rief die Königin, und Zorn rötete ihre Wangen. »Aber ich sehe schon, woher dies kommt; die böse Muhme hat uns verleumdet!«
»Die Mode? Nicht möglich!« rief Märchen, »sie tat ja sonst immer so freundlich.«
»Oh! Ich kenne sie, die Falsche«, antwortete die Königin, »aber versuche es ihr zum Trotze wieder, meine Tochter, wer Gutes tun will, darf nicht rasten.«
»Ach, Mutter! Wenn sie mich dann ganz zurückweisen, oder wenn sie mich verleumden, dass mich die Menschen nicht ansehen oder einsam und verachtet in der Ecke stehen lassen?«
»Wenn die Alten, von der Mode betört, dich gering schätzen, so wende dich an die Kleinen, wahrlich, sie sind meine Lieblinge, ihnen sende ich meine lieblichsten Bilder durch deine Brüder, die Träume, ja, ich bin schon oft selbst zu ihnen hinabgeschwebt, habe sie geherzt und geküsst und schöne Spiele mit ihnen gespielt; sie kennen mich auch wohl, sie wissen zwar meinen Namen nicht, aber ich habe schon oft bemerkt, wie sie nachts zu meinen Sternen herauflächeln und morgens, wenn meine glänzenden Lämmer am Himmel ziehen, vor Freuden die Hände zusammenschlagen. Auch wenn sie größer werden, lieben sie mich noch, ich helfe dann den lieblichen Mädchen bunte Kränze flechten, und die wilden Knaben werden stiller, wenn ich auf hoher Felsenspitze mich zu ihnen setze, aus der Nebelwelt der fernen, blauen Berge hohe Burgen und glänzende Paläste auftauchen lasse und aus den rötlichen Wolken des Abends kühne Reiterscharen und wunderliche Wallfahrtszüge bilde.«
»O die guten Kinder!« rief Märchen bewegt aus. »Ja, es sei! Mit ihnen will ich es noch einmal versuchen.«
»Ja, du gute Tochter«, sprach die Königin, »gehe zu ihnen; aber ich will dich auch ein wenig ordentlich ankleiden, dass du den Kleinen gefällst und die Großen dich nicht zurückstoßen; siehe, das Gewand eines Almanachs will ich dir geben.«
»Eines Almanachs, Mutter? Ach! - Ich schäme mich, so vor den Leuten zu prangen.«
Die Königin winkte, und die Dienerinnen brachten das zierliche Gewand eines Almanachs. Es war von glänzenden Farben und schöne Figuren eingewoben.
Die Zofen flochten dem schönen Mädchen das lange Haar; sie banden ihr goldene Sandalen unter die Füße und hingen ihr dann das Gewand um.
Das bescheidene Märchen wagte nicht aufzublicken, die Mutter aber betrachtete es mit Wohlgefallen und schloss es in ihre Arme. »Gehe hin«, sprach sie zu der Kleinen, »mein Segen sei mit dir. Und wenn sie dich verachten und höhnen, so kehre zurück zu mir, vielleicht, dass spätere Geschlechter, getreuer der Natur, ihr Herz dir wieder zuwenden.«
Also sprach die Königin Phantasie. Märchen aber stieg hinab auf die Erde. Mit pochendem Herzen nahte sie dem Ort, wo die klugen Wächter hausten; sie senkte das Köpfchen zur Erde, sie zog das schöne Gewand enger um sich her, und mit zagendem Schritt nahte sie dem Tor.
»Halt!« rief eine tiefe, raue Stimme. »Wache heraus! Da kommt ein neuer Almanach!«
Märchen zitterte, als sie dies hörte; viele ältliche Männer von finsterem Aussehen stürzten hervor; sie hatten spitzige Federn in der Faust und hielten sie dem Märchen entgegen. Einer aus der Schar schritt auf sie zu und packte sie mit rauer Hand am Kinn. »Nur auch den Kopf aufgerichtet, Herr Almanach«, schrie er, »dass man Ihm in den Augen ansieht, ob er was Rechtes ist oder nicht!«
Errötend richtete Märchen das Köpfchen in die Höhe und schlug das dunkle Auge auf.
»Das Märchen!« riefen die Wächter und lachten aus vollem Hals, »das Märchen! Haben wunder gemeint, was da käme! Wie kommst du nur in diesen Rock?«
»Die Mutter hat ihn mir angezogen«, antwortete Märchen. »So? Sie will dich bei uns einschwärzen? Nichts da! Hebe dich weg, mach, dass du fortkommst!« riefen die Wächter untereinander und erhoben die scharfen Federn.
»Aber ich will ja nur zu den Kindern«, bat Märchen, »dies könnt ihr mir ja doch erlauben.«
»Läuft nicht schon genug solches Gesindel im Land umher?« rief einer der Wächter. »Sie schwatzen nur unseren Kindern dummes Zeug vor.«
»Lasst uns sehen, was sie diesmal weiß!« sprach ein anderer.
»Nun ja«, riefen sie, »sag an, was du weißt, aber beeile dich, denn wir haben nicht viele Zeit für dich!«
Märchen streckte die Hand aus und schrieb mit dem Zeigefinger viele Zeichen in die Luft. Da sah man bunte Gestalten vorüberziehen; Karawanen mit schönen Rossen, geschmückte Reiter, viele Zelte im Sand der Wüste; Vögel und Schiffe auf stürmischen Meeren; stille Wälder und volkreiche Plätze und Straßen; Schlachten und friedliche Nomaden, sie alle schwebten in belebten Bildern, in buntem Gewimmel vorüber.
Märchen hatte in dem Eifer, mit welchem sie die Bilder aufsteigen ließ, nicht bemerkt, wie die Wächter des Tores nach und nach eingeschlafen waren. Eben wollte sie neue Zeichen schreiben, als ein freundlicher Mann auf sie zutrat und ihre Hand ergriff. »Siehe her, gutes Märchen«, sagte er, indem er auf die Schlafenden zeigte, »für diese sind deine bunten Sachen nichts; schlüpfe schnell durch das Tor; sie ahnen dann nicht, dass du im Lande bist, und du kannst friedlich und unbemerkt deine Straße ziehen. Ich will dich zu meinen Kindern führen; in meinem Hause gebe ich dir ein stilles, freundliches Plätzchen; dort kannst du wohnen und für dich leben; wenn dann meine Söhne und Töchter gut gelernt haben, dürfen sie mit ihren Gespielen zu dir kommen und dir zuhören. Willst du so?«
»Oh, wie gerne folge ich dir zu deinen lieben Kleinen; wie will ich mich befleißen, ihnen zuweilen ein heiteres Stündchen zu machen!«
Der gute Mann nickte ihr freundlich zu und half ihr, über die Füße der schlafenden Wächter hinüberzusteigen. Lächelnd sah sich Märchen um, als sie hinüber war, und schlüpfte dann schnell in das Tor.


Quelle:https://hekaya.de/maerchen/maerchen-als-almanach--hauff_maerchen_1826_1.html

Märchen als Almanach

Nach einigen recherchieren im Internet nach der "Einleitung" aus meinem Märchenbuch habe ich diese gefunden aber auch noch weiteres über Wilhelm Hauff und was  Märchen als Almanach sind. Man lernt wirklich nie aus.



Der Märchen-Almanach auf das Jahr 1826 ist die erste von drei Sammlungen Hauffscher Kunstmärchen. Sie erschien 1825 bei J.B. Metzler in Stuttgart und enthält sechs Märchen, darunter Kalif Storch und Der kleine Muck 
Diese sind durch eine Rahmenerzählung namens Die Karawane verbunden. Der vollständige Titel der Erstausgabe lautet Mährchen-Almanach auf das Jahr 1826, für Söhne und Töchter gebildeter Stände.
Die beiden Nachfolgebände sind die Märchenalmanache auf das Jahr 1827 und das Jahr 1828.

Vorangestellt ist die kurze programmatische Erzählung Märchen als Almanach, in der die allegorischen Figuren Phantasie und Märchen auftreten.

Danach folgt die Rahmenerzählung Die Karawane.
Eine Gruppe Kaufleute zieht durch die Wüste, immer in Furcht vor dem berüchtigten Räuberhauptmann Orbasan. Ein Reiter, der sich als Selim Baruch, Neffe des Großwesirs von Bagdad, ausgibt, stößt zu ihnen und sagt, er sei vor Kurzem aus der Gewalt einer Räuberbande entkommen. Er bitte, sich anschließen zu dürfen. Dies wird ihm gerne gestattet, umsomehr, als er durch ein mysteriöses Zeichen eine Räuberbande vom Angriff abhält. Er schlägt vor, sich einander als Mittel gegen die Eintönigkeit Geschichten zu erzählen und beginnt selbst mit der Geschichte von Kalif Storch. Die von den Kaufleuten erzählten Märchen sind Die Geschichte von dem Gespensterschiff, Die Geschichte von der abgehauenen Hand, Die Errettung Fatmes, Die Geschichte von dem kleinen Muck und Das Märchen vom falschen Prinzen.
Die Handlungsorte dieser Märchen liegen fast allesamt im Orient, nur Die Geschichte von der abgehauenen Hand hat auch Schauplätze in Frankreich und Italien. Hauff nimmt fast alle geläufigen literarischen Topoi und Klischees auf, wie etwa wilde Beduinenstämme oder Piraten, vor denen kein Schiff sicher ist. Er spart nur, mit Rücksicht auf sein Zielpublikum, das Haremsthema aus, so wie auch Erotik generell nicht vorkommt.
Der Räuberhauptmann Orbasan spielt eine bedeutende Rolle in der Rahmenerzählung und den Märchen: Als Fremder unter dem falschen Namen Selim Baruch ist er der erste Erzähler und gibt somit den Anstoß für die restlichen Erzählungen, als Maskierter im roten Mantel benutzt er den Kaufmann Zaleukos erst für einen Mord, zeigt sich dann aber erkenntlich, indem er ihm zu einer neuen Existenz verhilft. Als Räuberhauptmann hilft er der Hauptfigur Mustafa Schwester und Braut zurückzugewinnen. Dass es sich bei Selim Baruch und dem Maskierten um Orbasan handelt, wird erst am Ende der Rahmenerzählung aufgeklärt. Die Passage, in der sich Orbasan Zaleukos zu erkennen gibt, ist in der Erstausgabe im Inhaltsverzeichnis vermerkt. Selim Baruch ist ein sprechender bilingualer Name: osmanisch Selim (Heil) und hebräisch Baruch (Segen). Die zahlreichen arabischen Städtenamen sorgen für orientalische Atmosphäre und sind untereinander austauschbar. Dies wird an einem Fehler in der Rahmenerzählung deutlich: Obwohl die Karawane, wie anfangs beschrieben, von Mekka nach Bagdad zieht, trifft sie am Ende kommentarlos in einem Vorort Kairos ein.

Quelle:https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4rchen-Almanach_auf_das_Jahr_1826



Nächstes Mal bekommt ihr die wunderschöne Geschichte von Phantasie und Märchen :)

Sonntag, 9. September 2018

Märchenprojekt

Märchen sind was wunderbares, wer hat als Kind nicht den Geschichten von Prinzessinen, Prinzen und bösen Hexen/ Mütter und Tieren gelauscht?

In meiner Ausbildung habe ich dann aber schon gedacht " Hoppla manche Märchen sind ja richtig brutal" und habe  mich dann auch weiter mit dem Thema auseinander gesetzt und hab festgestellt, dass es mir eigentlich egal war dass, die böse Stiefmutter in glühende Schuhe gesteckt wurde der die Hexe im Ofen gebraten wurde. Schneewittchen hat ihren Prinz geheiratet und Hänsel und seine Gretel hab nach Hause gefunden inklusive Schatz der Hexe.

Bis heute sind Märchenbücher meine Leidenschaft und lese sie sehr sehr gerne. Mein neuestes Buch ist eine Sammlung mit sämtlichen Werken von Wilhelm Hauff.
Die Einleitung, ja das erste Märchenbuch dass, ich lese das eine Einleitung hat, ist in Geschichtenform geschrieben und wunderschön.

Die Mutter Phantasie und ihre Tochter Märchen haben ein Gespräch und Märchen erzählt, dass man ihr nicht mehr zuhört und dass es Wächter gibt die es verhindern, dass sie den Kindern die Geschichten erzählen kann. Aber sie findet einen Weg ihre Geschichten zu erzählen.

Nachdem ich bei dieser Geschichte so Tränen in den Augen hatte, habe ich für mich gedacht " JA es stimmt, die Märchen geraten immer mehr in Vergessenheit, wir Erwachsenen sehen alles so ernst und denken nicht mehr wie früher", und dann kam mir die Idee. 

Ich mache ein Märchenprojekt

Bei den Vorbereitungen war ich erstaunt wieviel Märchen es gibt und wieviele ich davon kenne, die aber in Vergessenheit geraten sind.

Ich würde euch so so gerne alle Märchen vorstellen aber dann bin ich wahrscheinlich noch ewig damit beschäftigt, hihihihi.

Viele magische und märchenhafte Geschichten, Rezepte, Basteleien und Häkeleien möchte ich mit euch teilen.

Ihr könnt gespannt sein, genauso werde auch ich gespannt sein, was aus meinem Projekt wird und wie es sich entwickelt, denn endlich habe ich was gefunden was mir Spaß macht.


Habt einen wunderschönen Tag und bis bald.

Eure Bekka

Montag, 18. Juni 2018

Alles Fliesen oder was ...? Renovierung #5

Montagmorgen 7.45 Uhr "Zartbesaitete Frauen dürfen keine 30 Kg schwere Säcke schleppen und die Treppe hoch schon gar nicht"  Tolles Kompliment am Morgen 😊
Bei uns im schwäbischen ist das ein Ausdruck für dünnere Frauen oder auch wenn man etwas schwächer wirkt. Aber der Fliesenleger ist sehr nett und höflich, bin ich von Handwerkern gar nicht so gewöhnt 😋😁😉

Um ehrlich zu sein waren die Handwerker die bis jetzt auf unserer Baustelle waren, eigentlich alle nett, bis auf einen, der hat aber schon vor ein paar Jahren einen nicht so tollen Eindruck auf mich gemacht, aber das ist eine andere Geschichte.

Heute war es sehr leise im Gegensatz zu letzter Woche, das ist wirklich Balsam für die Seele ;) .

Die erste Wand wurde heute verputzt und Löcher geflickt. Morgen macht er die Vorrichtungen für die Badewanne meinte er, bin schon richtig gespannt.
Ab Mittwoch kann er evtl schon an der Wand hinter der Badewanne fliesen und dann ist unser Bad fast fertig, aber nur fast, es gibt noch genug zu tun.
Heute habe ich zum ersten Mal an einer schrägen Wand und Decke die Tapete runter gemacht, ich bekomme bestimmt Nackenmuskeln vom ständigen nach oben schauen 😂😂.
Es hat aber auch einen Vorteil wenn man sich Nackenschmerzen oder Muskeln zuzieht, man hat Geld bei der Renovierung gespart und für das Fitnessstudio 😂.

Tapete kommt weg

Fast fertige Wand

Kamin wird verschönert 






Freitag, 15. Juni 2018

Endlich Wochenende - Renovierung #4

Freitag und endlich Wochenende in Sicht. Der Elektriker hatte diese Woche mehr Arbeit als gedacht. Immerhin haben wir dann eine kleine Boiler in der Küche und unser Stromkasten ist schön geordnet.
Gestern wurden neue Leitungen gelegt und nochmals einiges an Staub und Dreck wurde produziert. Aber unsere Elektriker sind sehr sympathisch und putzen auch ihren Schmutz wieder weg 😁
Der Azubi macht das aber sehr gerne, weil er weiß jetzt dank meiner Belehrung, dass Lehrjahre keine Herrenjahren sind 😁.  Im Nachhinein betrachtet, ist es eigentlich gut das wir so einen tollen Strom haben, er hat einiges neues gelernt meinte er.

Nachdem die Elektriker heute soweit alles erledigt hatten haben wir noch einen kleinen Großputz  veranstaltet. Es ist zwar immernoch alles staubig aber nicht mehr so sehr.
Und nun gehen wir ins wohl verdiente Wochenende um uns zu erholen, bevor es nächste Woche weitergeht.


Chaoskasten😂